Tischtennis Wettarten erklärt — Siegwette, Handicap, Über/Unter und Satzwetten

- Welche Wettmärkte der Tischtennis-Sport bietet
- Siegwette (1×2): Die einfachste TT-Wette
- Handicap-Wetten beim Tischtennis — Satz- und Punkt-Handicap
- Über/Unter-Wetten: Gesamtpunkte und Sätze
- Satzwetten und exaktes Ergebnis
- Kombiwetten mit Tischtennis — Chancen und Risiken
- Spezialwetten: Erster Punkt, Deuce und weitere Nischen
- Welche Wettart passt zu welchem Turnier?
- Häufige Fragen zu Tischtennis Wettarten
Welche Wettmärkte der Tischtennis-Sport bietet
Vor vier Jahren kannte ich beim Tischtennis genau eine Wettart: Wer gewinnt das Match. Fertig. Heute platziere ich regelmäßig Handicap-Wetten auf den dritten Satz, tippe auf die Gesamtpunktzahl in einem Fünfsatz-Match und nutze Live-Spezialwetten auf den ersten Punkt eines Satzes. Der Unterschied zwischen meinem Wettportfolio von damals und heute ist kein Zufall — er spiegelt die Entwicklung des gesamten TT-Wettmarktes wider.
Dieser Markt wird auf 2,47 Milliarden Dollar geschätzt und wächst mit einer Rate von über 9 Prozent jährlich. Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums ist die Diversifizierung der Wettarten. Die Buchmacher haben erkannt, dass TT-Wettende mehr wollen als die einfache Siegwette — und sie liefern. Mittlerweile kommen 46 Prozent der TT-Wetteinnahmen von Online-Plattformen, wo neue Wettmärkte schneller und breiter angeboten werden als im stationären Geschäft.
Warum ist das wichtig für dich? Weil jede Wettart ein eigenes Chancen-Risiko-Profil hat. Eine Siegwette auf den Favoriten bei 1,30 und eine Handicap-Wette auf denselben Favoriten bei 1,95 sind zwei grundverschiedene Produkte — obwohl sie dasselbe Match betreffen. Die Wahl der Wettart entscheidet, ob du mit konservativen Quoten kleine Gewinne einsammelst oder mit höheren Quoten größere Risiken eingehst. Und sie entscheidet über dein Wettportfolio insgesamt: Ein Wettender, der nur Siegwetten spielt, nutzt den TT-Markt zu vielleicht 20 Prozent. Wer Handicaps, Über/Unter und Spezialwetten versteht, erschließt sich die volle Breite der verfügbaren Chancen. In diesem Artikel gehe ich jede relevante TT-Wettart einzeln durch — mit konkreten Beispielen, typischen Quotenbereichen und meiner Einschätzung, wann sich welche Wettart lohnt.
Siegwette (1×2): Die einfachste TT-Wette
Mein erstes TT-Wettjahr bestand ausschließlich aus Siegwetten. Die Logik ist bestechend einfach: Du wählst den Spieler, der das Match gewinnt. Kein Handicap, keine Punktzahl, keine Komplikationen. In einem Sport ohne Unentschieden — es gibt immer einen Gewinner — reduziert sich die Siegwette auf eine binäre Entscheidung: Spieler A oder Spieler B.
Die Quoten bei TT-Siegwetten bewegen sich typischerweise in einem breiten Spektrum. Bei einem klaren Favoriten siehst du Quoten von 1,10 bis 1,35 — der Buchmacher ist sich ziemlich sicher, wer gewinnt. Bei ausgeglichenen Matches stehen beide Spieler bei 1,80 bis 2,00. Die Marge des Buchmachers versteckt sich in der Differenz zur „fairen“ Quote, und bei TT ist diese Marge oft höher als bei Fußball, weil die Quotenabteilungen weniger Expertise investieren.
Ein Vorteil der Siegwette: Sie eignet sich hervorragend als Einstieg und als Basis für komplexere Strategien. Wenn du die Gewinnwahrscheinlichkeiten eines Matches noch nicht selbst einschätzen kannst, ist die Siegwette das einzige Produkt, bei dem du eine klare, überprüfbare These hast — „dieser Spieler gewinnt“. Bei Handicap- oder Über/Unter-Wetten brauchst du deutlich mehr Wissen über Spielstile, Satzverläufe und Punkteverteilungen.
Der Nachteil: Die Quoten auf den Favoriten sind oft so niedrig, dass der Gewinn den Aufwand kaum rechtfertigt. Bei einer Quote von 1,15 brauchst du eine Trefferquote von 87 Prozent, nur um breakeven zu spielen — nach Wettsteuer sogar noch höher. Und selbst bei einer objektiv hohen Gewinnwahrscheinlichkeit von 85 Prozent verlierst du auf diese Weise langfristig Geld, weil die Marge dich auffrisst. Deshalb nutze ich Siegwetten heute fast nur noch als Absicherung in Kombination mit anderen Wettarten oder bei Matches, in denen ich einen klaren Außenseiter sehe, der unterschätzt wird.
Handicap-Wetten beim Tischtennis — Satz- und Punkt-Handicap
Die Handicap-Wette hat mein Wettverhalten grundlegend verändert. Der Moment, in dem es klick gemacht hat: Ich war überzeugt, dass ein Spieler sein Match gewinnt, aber die Quote von 1,20 war mir zu niedrig. Dann sah ich die Handicap-Wette — derselbe Spieler mit -1,5 Sätzen bei einer Quote von 1,85. Die Frage war nicht mehr „Gewinnt er?“, sondern „Gewinnt er deutlich?“. Und genau das ist der Kern des Handicaps: Es verschiebt die Fragestellung und damit die Quote.
Beim TT gibt es zwei Handicap-Varianten: das Satz-Handicap und das Punkt-Handicap. Das Satz-Handicap ist häufiger und leichter zu bewerten. Ein Handicap von -1,5 Sätzen bedeutet: Der Spieler muss das Match mit mindestens 2 Sätzen Vorsprung gewinnen. In einem Best-of-5-Match heißt das: 3:0 oder 3:1. Bei einem Ergebnis von 3:2 verlierst du die Wette, obwohl dein Spieler gewonnen hat. Das Punkt-Handicap ist granularer — hier bekommt ein Spieler eine fiktive Punktegutschrift oder einen Punkteabzug über das gesamte Match hinweg. Punkt-Handicaps sind seltener verfügbar, bieten aber präzisere Wettmöglichkeiten.
Was du über TT-Handicaps wissen musst: Die Satzergebnisse im Tischtennis sind weniger vorhersehbar als in vielen anderen Sportarten. Ein Spieler kann den ersten Satz 11:3 dominieren und den zweiten 9:11 verlieren — die Schwankungsbreite ist enorm. Das liegt an der Dynamik des Spiels: Taktische Anpassungen zwischen den Sätzen, Nervosität, Aufschlagwechsel — all das kann einen Satz kippen. Deshalb sind Handicap-Wetten beim TT riskanter als etwa beim Tennis, wo ein Satz-Handicap von -1,5 bei einem Favoriten relativ sicher ist. Beim TT gewinnt der Favorit häufiger knapp — 3:2 ist ein typisches Ergebnis in ausgeglicheneren Matches.
Mein Ansatz bei Handicap-Wetten: Ich setze sie gezielt bei Matches ein, in denen ein klarer Leistungsunterschied besteht und der Favorit stilistisch dominiert — also nicht nur besser ist, sondern den Gegner unter Druck setzt und keine Sätze verschenkt. Spieler mit einem aggressiven Angriffsstil und wenigen Schwächephasen sind ideale Kandidaten für Handicap-Wetten. Defensive Spieler, die viele enge Sätze spielen und auf Fehler des Gegners warten, sind es nicht — sie gewinnen zwar, aber selten deutlich. Die Quoten auf Handicap-Wetten liegen typischerweise 0,40 bis 0,80 Punkte über der einfachen Siegwette, was sie bei der richtigen Einschätzung deutlich profitabler macht.
Über/Unter-Wetten: Gesamtpunkte und Sätze
Die beste Über/Unter-Wette, die ich je platziert habe, war eine Unter-Wette auf die Gesamtsätze in einem Match zwischen zwei Angriffsexperten. Die Linie lag bei 3,5 Sätzen — ich musste also darauf setzen, dass das Match in maximal 3 Sätzen endet, also 3:0. Die Quote: 3,40. Beide Spieler waren bekannt für schnelle, dominante Sätze mit wenigen langen Ballwechseln. Das Match endete 3:0 mit Sätzen von 11:5, 11:7 und 11:6. Die Über/Unter-Wette hatte mir einen Gewinn beschert, den die Siegwette auf den Favoriten bei 1,25 niemals ermöglicht hätte.
Über/Unter-Wetten beim TT gibt es in zwei Varianten: Gesamtsätze und Gesamtpunkte. Bei der Satz-Variante setzt du darauf, ob das Match mehr oder weniger als eine bestimmte Anzahl von Sätzen dauert — die gängigste Linie ist 3,5 oder 4,5 Sätze bei Best-of-5. Bei der Punkt-Variante setzt du auf die Gesamtpunktzahl aller Sätze zusammen — typische Linien liegen je nach Matchformat zwischen 150,5 und 180,5 Punkten.
Die Satz-Variante ist konzeptionell einfacher: „Wird das Match einseitig oder eng?“ Bei der Punkt-Variante wird es analytischer. Hier musst du einschätzen, wie viele Punkte in den einzelnen Sätzen gespielt werden. Ein knapper Satz von 11:9 hat 20 Punkte, ein dominanter von 11:3 nur 14. Über ein ganzes Match summieren sich diese Unterschiede erheblich. Zwei Spieler, die beide dominant aufschlagen und wenige lange Rallyes spielen, erzeugen tendenziell weniger Gesamtpunkte als zwei Defensivspieler, die sich gegenseitig in lange Ballwechsel zwingen.
Was ich bei Über/Unter-Wetten gelernt habe: Die Linie ist entscheidend, nicht die Tendenz. „Es wird ein enges Match“ reicht als Analyse nicht aus. Du musst die Linie prüfen und entscheiden, ob sie den tatsächlichen Matchverlauf abbildet oder ob der Buchmacher die Sache falsch einschätzt. Und genau hier liegt die Stärke dieser Wettart beim TT — die Buchmacher setzen Über/Unter-Linien für TT oft weniger präzise als bei Mainstream-Sportarten, weil ihnen die historischen Daten für bestimmte Spielerpaarungen fehlen.
Ein Fehler, den ich selbst gemacht habe: Über/Unter-Wetten auf Gesamtpunkte zu platzieren, ohne die Satzanzahl einzukalkulieren. Ein Match, das 3:0 endet, hat typischerweise 40 bis 50 Gesamtpunkte weniger als ein Match, das 3:2 endet — schlicht weil zwei Sätze fehlen. Wenn du auf „Über 165,5 Punkte“ wettest, setzt du implizit auch darauf, dass das Match mindestens vier Sätze dauert. Das ist keine reine Punktewette, sondern eine versteckte Kombination aus Punktewette und Satzwette. Diesen Zusammenhang zu verstehen, hat meine Trefferquote bei Über/Unter-Wetten signifikant verbessert, weil ich seitdem die Satzwahrscheinlichkeit in meine Kalkulation einbeziehe, bevor ich auf die Gesamtpunktzahl tippe.
Satzwetten und exaktes Ergebnis
Eine Nische innerhalb der TT-Wettarten, die ich lange ignoriert habe: die exakte Ergebniswette. Du tippst auf das genaue Satzergebnis — 3:0, 3:1 oder 3:2 bei Best-of-5. Die Quoten sind entsprechend hoch: Ein 3:0 für den Favoriten bringt oft Quoten von 2,50 bis 3,50, ein 3:2 für den Außenseiter kann bei 6,00 oder höher liegen.
Die Herausforderung bei exakten Ergebniswetten ist offensichtlich: Du musst nicht nur den Sieger richtig tippen, sondern auch den Verlauf des Matches. Das erhöht die Varianz massiv. Selbst wenn deine Einschätzung des Matches grundsätzlich korrekt ist — der Favorit gewinnt, es wird eng — kannst du die Wette verlieren, weil du 3:1 getippt hast und es 3:2 wurde. Diese Varianz macht exakte Ergebniswetten ungeeignet als Hauptstrategie, aber sie sind ein wertvolles Werkzeug für gezielte Gelegenheiten.
Wann nutze ich Satzwetten? In zwei Szenarien. Erstens: Wenn ich einen klaren Favoriten sehe, der seinen Gegner stilistisch erdrückt — ein Angreifer gegen einen passiven Spieler, der nicht mithalten kann. In solchen Fällen tippe ich auf 3:0 oder 3:1, weil die Wahrscheinlichkeit eines schnellen Sieges höher ist als die Quoten suggerieren. Zweitens: Bei Matches zwischen zwei defensiven Spielern, die fast immer in fünf Sätze gehen. Hier setze ich auf 3:2 — unabhängig davon, welcher Spieler gewinnt — weil die Quote auf das exakte Ergebnis attraktiver ist als die Siegwette auf den Favoriten. In beiden Fällen ist die Analyse des Spielstils wichtiger als die Analyse der Spielstärke.
Ein Warnsignal bei Satzwetten: Wenn du dich dabei ertappst, bei jedem Match eine Ergebniswette zu platzieren, wettest du zu viel. Diese Wettart funktioniert nur bei selektiver Anwendung — drei bis fünf Mal pro Monat, bei Matches, in denen du eine klare stilistische Einschätzung hast. Alles darüber ist Lotterie mit höherer Marge.
Kombiwetten mit Tischtennis — Chancen und Risiken
Kombiwetten sind das Kokain des Sportwettens — der Rausch der hohen Quote ist real, aber der Absturz kommt garantiert. Ich sage das als jemand, der in seinem ersten Jahr fast ausschließlich Kombiwetten gespielt hat und dabei einen zweistelligen Prozentsatz seiner Bankroll verbrannt hat. Die Mathematik ist gnadenlos: Bei einer Kombiwette multiplizierst du die Einzelquoten, aber du multiplizierst auch die Wahrscheinlichkeiten, falsch zu liegen. Drei „sichere“ Favoriten mit jeweils 80 Prozent Gewinnwahrscheinlichkeit ergeben eine Kombi-Gewinnwahrscheinlichkeit von 51 Prozent — das ist ein Münzwurf, keine sichere Sache.
Das Wettvolumen im TT-Bereich ist im vergangenen Jahr um 40 Prozent gewachsen, und Micro-Betting — Wetten auf einzelne Punkte oder Spielabschnitte — verzeichnet einen Anstieg der Beteiligung um 30 Prozent. Dieser Trend begünstigt Kombiwetten, weil mehr Einzelereignisse pro Match verfügbar sind, die du kombinieren kannst. Ein Buchmacher bietet dir heute an, die Siegwette auf Match A, das Handicap auf Match B und die Über/Unter-Wette auf Match C in einer einzigen Kombiwette zusammenzufassen. Die Gesamtquote sieht verlockend aus — 8,00, 12,00, manchmal 25,00. Die Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei unter 10 Prozent.
Heißt das, du solltest keine Kombiwetten spielen? Nicht unbedingt — aber du solltest sie als das behandeln, was sie sind: High-Risk-Spekulation mit einem kleinen Teil deiner Bankroll. Meine Regel: Maximal 2 Prozent der Bankroll pro Kombiwette, maximal zwei Kombiwetten pro Woche, maximal drei Einzelereignisse pro Kombi. Alles darüber ist Entertainment, nicht Strategie. Wenn du tiefer in die Mathematik und Strategien von Tischtennis-Kombiwetten einsteigen willst, findest du im Beitrag zur Tischtennis Kombiwette eine ausführliche Analyse.
Ein Aspekt, der bei Kombiwetten oft übersehen wird: die Korrelation. Wenn du zwei Matches desselben Spielers an einem Turniertag kombinierst, sind die Ergebnisse nicht unabhängig. Gewinnt der Spieler sein erstes Match in fünf knappen Sätzen, ist er im zweiten Match müde — die Wahrscheinlichkeit eines zweiten Sieges sinkt. Die Buchmacher berücksichtigen das in ihren Quoten nicht immer, was sowohl eine Chance als auch eine Falle sein kann. In die andere Richtung funktioniert die Korrelation auch: Ein souveräner 3:0-Sieg im ersten Match kann das Selbstvertrauen für das zweite Match stärken. Diesen psychologischen Faktor in die Kombiwetten-Kalkulation einzubeziehen — statt Ergebnisse als unabhängig zu behandeln — ist der Unterschied zwischen naivem und informiertem Kombinieren.
Spezialwetten: Erster Punkt, Deuce und weitere Nischen
60 Prozent aller TT-Wetten werden mittlerweile über mobile Geräte platziert — und genau diese Mobile-Nutzung treibt die Nachfrage nach Spezialwetten. Auf dem Smartphone willst du nicht erst eine komplexe Handicap-Analyse durchführen. Du willst schnelle, intuitive Wettoptionen: Wer macht den ersten Punkt? Gibt es ein Deuce im nächsten Satz? Wie viele Punkte fallen im ersten Aufschlag-Durchgang?
Spezialwetten sind die neueste Erweiterung des TT-Wettmarktes und gleichzeitig die umstrittenste. Auf der einen Seite bieten sie Abwechslung und Quoten, die bei Standardwetten nicht verfügbar sind. „Erster Punkt im dritten Satz“ bei einer Quote von 1,85 ist ein binäres Event mit einem theoretisch fairen Preis von 2,00 — die Marge ist überschaubar, und die Wette ist in Sekunden entschieden. Auf der anderen Seite sind viele Spezialwetten kaum analysierbar. Wer den ersten Punkt in einem Satz macht, hängt stark vom Aufschlag ab, und der Aufschlagwechsel ist ein Zufallselement, das sich einer seriösen Prognose entzieht.
Mein Umgang mit Spezialwetten: Ich nutze sie ausschließlich als Live-Wetten und nur, wenn ich das Match verfolge. Ein Deuce-Wette platziere ich, wenn ich sehe, dass beide Spieler im aktuellen Satz eng spielen und die Punkteverteilung darauf hindeutet, dass es beim Stand von 9:9 oder 10:10 enden könnte. Der erste Punkt im Satz ist für mich dagegen eine reine Unterhaltungswette — kein analytischer Wert, aber Spaß beim Zuschauen. Der entscheidende Unterschied: Spezialwetten mit analytischer Grundlage bekommen einen Einsatz aus meiner normalen Bankroll. Reine Unterhaltungswetten bekommen einen Mini-Einsatz aus einem separaten „Fun-Budget“, das ich nicht zur Bankroll zähle.
Ein weiterer Spezialwetten-Typ, der an Bedeutung gewinnt: Wetten auf den Ausgang einzelner Aufschlagserien oder auf die Punktedifferenz in einem Satz. Diese Märkte sind noch jung und die Quoten entsprechend ungenau — was für erfahrene Wettende Gelegenheiten schafft. Die Kehrseite: Das Volumen in diesen Nischenmärkten ist so gering, dass dein Einsatz die Quoten bewegen kann, und die Liquidity-Probleme machen es schwer, große Beträge zu platzieren. Für mich sind sie ein Experimentierfeld — ich teste neue Analyseansätze mit Mini-Einsätzen und übertrage die Erkenntnisse auf die etablierteren Wettarten.
Welche Wettart passt zu welchem Turnier?
Diese Frage hat mir ein Leser gestellt, und die Antwort hat meine eigene Denkweise verändert: Es gibt keine universell beste Wettart — aber es gibt die richtige Wettart für das richtige Event. Die Logik dahinter ist simpel: Ein WTT-Champions-Finale zwischen den Top 10 der Welt hat eine andere Dynamik als ein Erstrundenspiel bei einem ITTF-Contender-Event. Die Wettart muss zur Matchdynamik passen.
Bei großen WTT-Events und Weltmeisterschaften — die WM 2023 in Durban erreichte 526 Millionen Zuschauer in 176 Territorien, ein Anstieg von 42 Prozent gegenüber 2021 — sind die Quoten auf Siegwetten am effizientesten, weil die Buchmacher ihre beste Expertise einsetzen. Handicap-Wetten und Über/Unter-Wetten bieten hier weniger Edge, weil die Linien präzise gesetzt sind. Dafür ist das Wettangebot am breitesten — du findest Spezialwetten, die bei kleineren Events gar nicht verfügbar sind.
Bei olympischen Tischtenniswettbewerben — Paris 2024 zog über 230.000 Zuschauer an, alle 36 Sessions in 15 Tagen waren ausverkauft — verändern sich die Bedingungen noch einmal. Der Druck ist immens, Außenseiter-Überraschungen sind häufiger als bei regulären WTT-Events, und die Quoten reflektieren die Sondersituation oft nicht ausreichend. Ich setze bei Olympia bevorzugt auf Über/Unter-Sätze — die Matches sind tendenziell enger als bei regulären Events, weil der Nervenfaktor alle Spieler betrifft, auch die Favoriten. Die Über-Linie bei 3,5 Sätzen hat sich für mich bei den letzten beiden Olympischen Spielen als konsistent profitabel erwiesen.
Wolfgang Dörner, Vorstandsvorsitzender des DTTB, bringt die Dynamik auf den Punkt: Tischtennis in Deutschland sei lebendig — nach den schwierigen Jahren der Pandemie sei der Sport nicht nur zurückgekehrt, sondern stärker geworden. Diese Stärke zeigt sich auch im Wettmarkt für nationale Ligen wie die TTBL. Bei Liga-Matches empfehle ich Handicap-Wetten, weil die Leistungsunterschiede zwischen den Teams klar messbar sind und sich über eine Saison hinweg stabilisieren. Bei Turnieren hingegen — besonders bei Einzelwettbewerben — ist die Varianz höher, und einfache Siegwetten oder Über/Unter-Wetten sind die sichereren Instrumente.
Eine Faustregel, die sich in meiner Praxis bewährt hat: Je mehr du über ein spezifisches Match weißt, desto spezialisierter kann deine Wettart sein. Wenn du die Spielstile beider Spieler kennst, ihre Head-to-Head-Bilanz analysiert hast und weißt, wie sie unter Druck reagieren — dann sind Handicap-Wetten oder exakte Ergebniswetten die richtige Wahl. Wenn du nur eine allgemeine Einschätzung hast — „dieser Spieler ist besser“ — bleib bei der Siegwette. Die Wettart sollte immer zu deinem Wissensstand passen, nicht zu deinem Wunsch nach höheren Quoten.
Noch ein Tipp aus meiner Erfahrung mit verschiedenen Turnierformaten: Die Gruppenphase bei WTT-Events bietet oft die besten Gelegenheiten für Über/Unter-Wetten auf Sätze, weil Spieler in der Gruppenphase taktisch experimentieren und unberechenbare Ergebnisse produzieren. In den K.O.-Runden steigt der Druck, die Spieler agieren konservativer, und die Ergebnisse werden vorhersehbarer. Das verändert nicht nur die Gewinnwahrscheinlichkeiten, sondern auch die Effizienz der Quoten — in der Gruppenphase kalkulieren die Buchmacher oft ungenauer als in den Finalrunden, wo die mediale Aufmerksamkeit die Quoten schneller an die Realität anpasst.
Häufige Fragen zu Tischtennis Wettarten
Welche Wettart hat beim Tischtennis die besten Quoten?
Die höchsten Quoten bieten exakte Ergebniswetten und Kombiwetten — aber hohe Quoten bedeuten auch hohes Risiko. Die beste Kombination aus Quotenhöhe und Trefferwahrscheinlichkeit bieten Handicap-Wetten auf klare Favoriten. Bei einem Satz-Handicap von -1,5 liegen die Quoten typischerweise bei 1,80 bis 2,10 — deutlich attraktiver als die Siegwette bei 1,15 bis 1,30, bei einer nur moderat geringeren Gewinnwahrscheinlichkeit.
Sind Handicap-Wetten beim Tischtennis riskanter als Siegwetten?
Ja, grundsätzlich schon — du musst nicht nur den Sieger, sondern auch die Deutlichkeit des Sieges korrekt einschätzen. Beim Tischtennis ist das Risiko besonders hoch, weil Sätze schnell kippen können und knappe 3:2-Ergebnisse häufig sind. Ein Spieler kann ein Match klar dominieren und trotzdem einen Satz abgeben. Handicap-Wetten beim TT eignen sich daher vor allem bei klaren Leistungsunterschieden und bei Spielern mit aggressivem, dominantem Spielstil.
Kann man beim Tischtennis auf einzelne Punkte wetten?
Bei den meisten großen Online-Buchmachern kannst du mittlerweile auf einzelne Punkte wetten — etwa ‚Wer macht den nächsten Punkt‘ oder ‚Erster Punkt im Satz‘. Diese Spezialwetten sind überwiegend als Live-Wetten verfügbar und selten im Voraus buchbar. Die analytische Grundlage für Punkt-Wetten ist begrenzt, da einzelne Punkte stark vom Aufschlag und von Zufallsfaktoren abhängen. Als Unterhaltungswette mit kleinem Einsatz sind sie attraktiv, als Kernstrategie nicht empfehlenswert.
Erstellt von der Redaktion von „Tischtennis Wetten Bonus”.
