Tischtennis Wetten Strategie — Value-Betting, Edge-Kalkulation und ROI-Analyse

- Warum Tischtennis-Wetten eine eigene Strategie brauchen
- Value-Betting beim Tischtennis: Edge finden und nutzen
- Favoriten-Strategie: Quoten zwischen 1,30 und 1,50 systematisch spielen
- Spieleranalyse und Head-to-Head-Daten richtig einsetzen
- Bankroll-Management für Tischtennis-Wettende
- Die fünf teuersten Fehler bei TT-Wetten
- Häufige Fragen zur Tischtennis Wetten Strategie
Warum Tischtennis-Wetten eine eigene Strategie brauchen
Vor fünf Jahren habe ich meine Fußball-Wettstrategie eins zu eins auf Tischtennis übertragen — und innerhalb von drei Wochen 40 Prozent meiner Bankroll verloren. Nicht weil die Strategie schlecht war. Sondern weil Tischtennis fundamental anders funktioniert. Der Sport sieht aus wie ein Nischenmarkt, in dem die großen Fische nicht mitschwimmen — und genau das macht ihn gleichzeitig reizvoll und tückisch.
Der globale TT-Wettmarkt hat ein Volumen von 2,47 Milliarden Dollar in 2025 und wächst mit einem CAGR von 9,26 Prozent auf über 5 Milliarden Dollar bis 2033. Das klingt nach einem reifen Markt, in dem die Quoten effizient gepreist sind. Die Realität ist eine andere: Tischtennis fliegt bei den meisten Buchmachern unter dem Radar der Quotenspezialisten. Die besten Analysten sitzen in der Fußball- und Basketball-Abteilung. TT-Quoten werden oft von Algorithmen gesetzt, die auf dünnen Datenlagen arbeiten — und genau dort entstehen die Edges, die du mit einer durchdachten Strategie ausnutzen kannst.
Warum braucht TT eine eigene Strategie? Drei Gründe. Erstens: Die Varianz ist höher als in Mannschaftssportarten. Ein Tischtennisspieler kann einen Satz 11:2 gewinnen und den nächsten 9:11 verlieren, ohne dass sich an seiner Spielstärke etwas geändert hat. Das macht kurze Serien unzuverlässig. Zweitens: Die Datenlage ist dünner. Weltweit gibt es über 590.000 aktive Spieler allein in Deutschland — aber für die Mehrheit von ihnen existieren keine ausreichenden Statistiken, um fundierte Wettentscheidungen zu treffen. Drittens: Die Turnierdichte ist enorm. Die WTT-Tour produziert wöchentlich Events, dazu kommen nationale Ligen in Dutzenden Ländern. Die Versuchung, auf alles zu wetten, was sich bewegt, ist groß — und sie ist der schnellste Weg in den Verlust.
Was du in den folgenden Abschnitten findest: Eine Methodik, die ich über Jahre entwickelt, getestet und verfeinert habe. Keine Wunderformel, kein „nie verlieren“-Versprechen, sondern ein systematischer Ansatz, der auf Value-Betting, Datenanalyse und striktem Bankroll-Management aufbaut. Das Ziel ist nicht, jede Wette zu gewinnen — das Ziel ist, über hunderte von Wetten im Plus zu stehen. Und der Weg dorthin beginnt mit einer Frage, die sich überraschend wenige Wettende stellen: Weiß ich wirklich mehr als der Buchmacher, oder bilde ich mir das nur ein?
Value-Betting beim Tischtennis: Edge finden und nutzen
Ich höre den Begriff „Value-Bet“ ständig in Wettforen, und fast jedes Mal wird er falsch verwendet. Jemand sieht eine Quote von 3,50 auf den Außenseiter und sagt: „Das ist Value.“ Nein, ist es nicht — es ist eine hohe Quote. Ob sie Value hat, weißt du erst, wenn du sie mit der tatsächlichen Gewinnwahrscheinlichkeit vergleichst.
Value-Betting ist im Kern simpel: Du wettest nur, wenn die vom Buchmacher angebotene Quote höher ist als die Quote, die der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit entspricht. Das ist keine Meinung, das ist Mathematik. Wenn du glaubst, dass Spieler A eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 55 Prozent hat, dann ist die faire Quote 1/0,55 = 1,82. Bietet der Buchmacher 2,00 an, hast du Value. Bietet er 1,70 an, hast du keinen — egal wie sicher du dir bist.
Die Schwierigkeit liegt nicht im Konzept, sondern in der Einschätzung der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit. Und hier hat Tischtennis einen entscheidenden Vorteil gegenüber Fußball oder Basketball: Die Sportart ist ein Eins-gegen-Eins-Duell. Es gibt keine Teamdynamik, keine taktischen Formationen, keinen Elfmeter-Zufall. Die Leistung hängt von zwei Individuen ab — und individuelle Leistungen lassen sich besser prognostizieren als Mannschaftsleistungen.
Mein Ansatz zum Value-Finding funktioniert in drei Schritten: Erst die eigene Wahrscheinlichkeit einschätzen, dann die angebotene Quote prüfen, und drittens — das vergessen die meisten — die Marge des Buchmachers herausrechnen. Ein Quotenschlüssel von 92 Prozent bedeutet, dass der Buchmacher 8 Prozent Marge einkalkuliert. Dein Edge muss also größer sein als diese Marge, um langfristig profitabel zu sein. Bei TT-Quoten sehe ich regelmäßig Quotenschlüssel zwischen 88 und 94 Prozent — die Spanne ist breiter als bei Fußball, und genau das eröffnet Chancen.
Ein wichtiger Punkt, den die meisten Value-Betting-Guides verschweigen: Deine eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung ist nie objektiv. Sie ist dein bester Versuch — und sie kann systematisch verzerrt sein. Ich empfehle deshalb, jede Einschätzung zu kalibrieren: Führe Buch über deine Prognosen. Wenn du hundertmal „60 Prozent Gewinnwahrscheinlichkeit“ geschätzt hast und der Spieler in 72 Prozent der Fälle gewonnen hat, unterschätzt du systematisch — und musst deine Einschätzungen nach oben korrigieren. Diese Selbstkalibrierung dauert Monate, ist aber der Unterschied zwischen einem Hobby-Wettenden und einem profitablen Analysten.
Ein konkretes Beispiel aus meiner Praxis: Bei einem WTT-Contender trifft ein europäischer Spieler auf einen asiatischen Gegner. Die Quote steht bei 2,40 für den Europäer. Ich kenne beide Spieler, habe ihre letzten zwanzig Matches analysiert und weiß, dass der Europäer gegen Linkshänder — was der Asiate ist — eine Gewinnrate von 62 Prozent hat. Faire Quote: 1,61. Die angebotene Quote von 2,40 enthält massiven Value. Ich wette. Ob ich diese spezifische Wette gewinne, ist irrelevant — über hundert solcher Wetten mit positivem Expected Value stehe ich im Plus.
Edge-Kalkulation Schritt für Schritt
Die Edge-Kalkulation klingt kompliziert, ist aber eine einfache Formel, die jeder mit einem Taschenrechner nachvollziehen kann. Ich benutze sie vor jeder Wette — ausnahmslos. Wer ohne Edge-Kalkulation wettet, hofft. Wer mit Edge-Kalkulation wettet, investiert. Der Unterschied ist derselbe wie zwischen einem Poker-Anfänger, der auf sein Bauchgefühl vertraut, und einem Profi, der seine Pot-Odds berechnet.
Schritt 1: Eigene Wahrscheinlichkeit bestimmen. Basierend auf Head-to-Head-Daten, aktueller Form, Spielstil-Matchup und Turnierbedeutung schätze ich die Gewinnwahrscheinlichkeit jedes Spielers ein. Bei gut dokumentierten Spielern nutze ich die letzten 30 Matches als Datenbasis, bei weniger bekannten Spielern die letzten 15 — weniger als 15 betrachte ich als zu dünn.
Schritt 2: Implizite Wahrscheinlichkeit der Quote berechnen. Die Formel: 1 / Quote = implizite Wahrscheinlichkeit. Bei einer Quote von 2,00 ergibt das 50 Prozent. Bei 1,50 sind es 66,7 Prozent. Bei 3,00 sind es 33,3 Prozent. Diese Zahl enthält bereits die Marge des Buchmachers — sie überschätzt also die tatsächliche Wahrscheinlichkeit leicht.
Schritt 3: Edge berechnen. Edge = (Eigene Wahrscheinlichkeit × Quote) − 1. Beispiel: Ich schätze 55 Prozent, die Quote steht bei 2,00. Edge = (0,55 × 2,00) − 1 = 0,10 = 10 Prozent. Das bedeutet: Langfristig erwarte ich bei dieser Art von Wette einen Gewinn von 10 Cent pro eingesetztem Euro. Ein Edge von 5 Prozent oder mehr ist mein Minimum für eine Wette.
Und hier kommt die Wettsteuer ins Spiel: In Deutschland fallen 5,3 Prozent Steuer auf den Einsatz an. Das heißt, von jedem Euro, den du setzt, gehen 5,3 Cent direkt an den Fiskus — unabhängig davon, ob du gewinnst oder verlierst. Manche Buchmacher wälzen die Steuer auf den Kunden ab, andere übernehmen sie teilweise. Für deine Edge-Kalkulation bedeutet das: Dein Edge muss nicht nur die Buchmacher-Marge übersteigen, sondern auch die Wettsteuer. Ein Edge von 3 Prozent vor Steuer ist nach Abzug der 5,3 Prozent ein negativer Expected Value — du verlierst langfristig Geld, obwohl du „Value“ hast. Mein Minimum von 5 Prozent Edge berücksichtigt diesen Steuereffekt bereits.
Favoriten-Strategie: Quoten zwischen 1,30 und 1,50 systematisch spielen
Es gibt eine Wettart, die bei den meisten TT-Wettenden verpönt ist: systematisches Favoriten-Betting. Die Argumente dagegen höre ich ständig — „zu kleine Quoten“, „ein Upset und alles ist weg“, „langweilig“. Alle drei Argumente sind falsch, wenn man die Strategie richtig umsetzt.
Die Grundidee: In bestimmten Konstellationen — insbesondere bei klaren Ranglistenunterschieden in der WTT-Tour — gewinnt der Favorit so häufig, dass die Quote von 1,30 bis 1,50 den tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten nicht gerecht wird. Ein Top-20-Spieler gegen einen Spieler jenseits der Weltrangliste 80 gewinnt ein Best-of-Five-Match in über 85 Prozent der Fälle. Die faire Quote dafür liegt bei 1,18 oder weniger. Wenn der Buchmacher 1,35 anbietet, hast du Value — bescheidenen Value, aber konsistenten.
Die Mathematik dahinter: Angenommen, du platzierst 100 Wetten zu einer durchschnittlichen Quote von 1,40 auf Favoriten, die mit einer tatsächlichen Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent gewinnen. 80 Wetten gewinnst du und machst je 0,40 Euro Gewinn pro Euro Einsatz — das sind 32 Euro. 20 Wetten verlierst du und verlierst je 1 Euro — das sind 20 Euro. Dein Nettogewinn über 100 Wetten: 12 Euro auf 100 Euro Einsatz, also 12 Prozent ROI vor Steuern. Das klingt bescheiden, ist aber ein exzellenter Wert. Professionelle Sportswettende sind mit 3 bis 5 Prozent ROI langfristig zufrieden.
Der Haken an der Favoriten-Strategie ist die Disziplin. Drei, vier Favoritenpleiten in Folge passieren — statistisch unvermeidlich — und der emotionale Druck steigt, den Einsatz zu erhöhen, um die Verluste aufzuholen. Genau das darfst du nicht tun. Die Favoriten-Strategie funktioniert über große Stichproben mit konstantem Einsatz. Wer nach drei Niederlagen seinen Einsatz verdoppelt, hat keine Strategie — er hat ein Glücksspielproblem.
Meine Erfahrung zeigt: Die Favoriten-Strategie funktioniert am besten bei WTT-Contender- und Champions-Events, wo die Spielstärke-Unterschiede klar und die Daten verlässlich sind. Bei regionalen Ligen — wo Tagesform, unbekannte Spieler und fragwürdige Motivation eine Rolle spielen — steigt die Upset-Quote signifikant. Ich setze Favoriten-Wetten ausschließlich auf der WTT-Tour und in der TTBL ein, nirgendwo sonst. Die Disziplin, auf verlockende Quoten in unbekannten Ligen zu verzichten, ist dabei der schwierigste Teil — aber auch der profitabelste.
Spieleranalyse und Head-to-Head-Daten richtig einsetzen
Die WM 2023 in Durban wurde in 176 Ländern übertragen und erreichte 526 Millionen Zuschauer — ein Anstieg von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für den Wettmarkt bedeutete das: mehr Daten, mehr Analyse-Möglichkeiten, mehr Aufmerksamkeit der Buchmacher. Aber heißt mehr Daten auch bessere Wetten? Nur, wenn du weißt, welche Daten relevant sind und welche Rauschen.
Head-to-Head-Bilanzen sind der Startpunkt jeder TT-Wettanalyse, aber sie sind trügerisch, wenn du sie falsch liest. Spieler A hat Spieler B in den letzten zehn Begegnungen achtmal geschlagen? Klingt nach einer sicheren Sache. Bis du dir die Details anschaust: Sechs dieser acht Siege waren vor drei Jahren, als Spieler B einen anderen Trainer und einen anderen Belag hatte. Die letzten zwei Begegnungen hat Spieler B gewonnen. Die H2H-Bilanz sagt „8:2 für A“, aber die tatsächliche aktuelle Situation ist „0:2 für B“. Wer nur die Gesamtbilanz betrachtet, wettet auf veraltete Daten.
Drei Datenpunkte, die ich bei jeder Analyse priorisiere: Erstens die letzten fünf direkten Begegnungen mit Gewichtung auf die jüngsten — ein Sieg vor zwei Monaten zählt mehr als ein Sieg vor zwei Jahren. Zweitens die aktuelle Form — die Ergebnisse der letzten vier Wochen, nicht der letzten Saison. Ein Spieler, der gerade drei Turniere in Folge in der ersten Runde ausgeschieden ist, hat ein anderes Leistungsprofil als seine Jahresstatistik suggeriert. Drittens das Spielstil-Matchup: Ein defensiver Spieler mit starkem Unterschnitt hat gegen einen offensiven Topspin-Spieler ein anderes Profil als gegen einen ebenfalls defensiven Gegner. Diese Matchup-Analyse ist der Punkt, an dem sich TT-Wetten von anderen Sportarten unterscheiden — der Spielstil hat einen direkteren Einfluss auf das Ergebnis als in fast jeder anderen Wettsportart.
Eine häufig unterschätzte Variable: das Belagsmaterial. Ein Spieler, der zu einem neuen Belag wechselt, braucht Wochen, manchmal Monate, um sein optimales Niveau zu erreichen. Diese Information findest du nicht in Statistik-Datenbanken, aber in Fachforen und bei aufmerksamer Beobachtung. Ich habe mehrere profitable Wetten platziert, die ausschließlich auf der Information basierten, dass ein Favorit kürzlich seinen Belag gewechselt hatte — und entsprechend unter seinem normalen Niveau agierte. Mehr dazu, wie du Tischtennis-Statistiken für Wetten systematisch nutzen kannst, findest du im detaillierten Leitfaden.
Was ich nicht nutze: reine Weltranglisten-Positionen als Entscheidungsgrundlage. Die WTT-Weltrangliste ist ein Punktesystem, das Turnierteilnahme belohnt — ein Spieler, der viele Events spielt und regelmäßig im Viertelfinale ausscheidet, kann höher gerankt sein als ein Spieler, der weniger Events spielt, aber konsistenter gewinnt. Die Rangliste ist ein Indikator, kein Orakel. Das Gleiche gilt für Elo-Ratings und ähnliche Systeme — sie sind nützlich als Ausgangspunkt, aber sie ersetzen keine qualitative Matchup-Analyse, bei der du die Spielstile der Kontrahenten und ihre Wechselwirkungen verstehst.
Bankroll-Management für Tischtennis-Wettende
„Jeder Mensch mit einer Glücksspielstörung ist einer zu viel. Im regulierten Markt greifen staatlich geprüfte Schutzinstrumente — von Einzahlungslimits über das bundesweite Sperrsystem OASIS bis hin zu verpflichtenden Warnhinweisen und Spielpausen. Im Schwarzmarkt existiert keines davon.“ Diese Worte von DSWV-Präsident Mathias Dahms und DOCV-Präsident Dirk Quermann treffen den Kern: Bankroll-Management ist nicht nur eine Wettstrategie, sondern auch ein Schutzinstrument vor sich selbst.
Ich sage das ohne Ironie: Die beste Strategie der Welt ist wertlos, wenn du deine Bankroll nicht managst. Ich habe das auf die harte Tour gelernt. In meinem zweiten Jahr als TT-Wettender hatte ich eine Gewinnstrategie, die auf dem Papier 8 Prozent ROI lieferte. Ich habe trotzdem Geld verloren — weil ich nach einer Gewinnserie meine Einsätze verdreifacht habe und dann eine unvermeidliche Durststrecke kam. Die Strategie war profitabel, mein Verhalten nicht.
Mein System ist simpel und unnachgiebig: Ich definiere eine Bankroll, die ich bereit bin zu verlieren — komplett, ohne dass es mein Leben beeinflusst. Dann setze ich 1 bis 3 Prozent dieser Bankroll pro Wette, abhängig vom Edge. Edge unter 5 Prozent: 1 Prozent. Edge zwischen 5 und 10 Prozent: 2 Prozent. Edge über 10 Prozent: 3 Prozent, Maximum. Nie mehr als 3 Prozent pro Einzelwette, egal wie sicher ich mir bin.
Ein Rechenbeispiel: Bankroll 1.000 Euro. Wette mit 7 Prozent Edge, also 2 Prozent Einsatz = 20 Euro. Wenn ich diese Wette verliere, habe ich noch 980 Euro. Mein nächster Einsatz: 2 Prozent von 980 = 19,60 Euro. Das ist proportionales Bankroll-Management — der Einsatz sinkt mit der Bankroll und steigt mit ihr. Über Zeit schützt dich das vor dem Ruin, selbst wenn du eine Serie von zehn Verlusten hintereinander hast.
Die psychologische Komponente ist dabei mindestens so wichtig wie die mathematische. Tischtennis-Wetten bieten fast täglich Gelegenheiten — WTT-Events, nationale Ligen, Pro-Tour-Matches. Die Versuchung, jeden Tag zu wetten, ist real. Meine Regel: Maximal drei Wetten pro Tag, maximal 15 pro Woche. Nicht weil ich nicht mehr Edges finde, sondern weil die Qualität meiner Entscheidungen nach der dritten Wette am Tag messbar sinkt. Disziplin schlägt Quantität.
Ein letzter Aspekt zum Bankroll-Management, der häufig übersehen wird: die Trennung der Bankrolls. Ich führe getrennte Bankrolls für Pre-Match-Wetten und Live-Wetten, weil die Risikoprofile fundamental verschieden sind. Meine Live-Bankroll ist kleiner und hat strengere Einsatzgrenzen — der Grund dafür steht im Live-Wetten-Abschnitt. Diese Trennung verhindert, dass eine impulsive Live-Wettserie meine sorgfältig aufgebaute Pre-Match-Bankroll auffrisst. Was simpel klingt, hat mir über die Jahre mehr Geld gespart als jede einzelne Strategie-Optimierung.
Die fünf teuersten Fehler bei TT-Wetten
Fehler kosten Geld. Bei TT-Wetten kosten bestimmte Fehler besonders viel, weil sie systematisch sind — du wiederholst sie unbewusst, bis deine Bankroll aufgebraucht ist. Ich habe alle fünf selbst gemacht, bevor ich sie erkannt und abgestellt habe.
Fehler Nummer eins: Auf unbekannte Spieler in unbekannten Ligen wetten. Es klingt verlockend — die osteuropäische Liga bietet Matches um 14 Uhr, du hast Langeweile und die Quoten sehen fair aus. Aber du weißt nichts über die Spieler, nichts über ihre Form, nichts über ihre Motivation. Du wettest blind gegen einen Algorithmus, der mehr über diese Liga weiß als du. Sportradar hat 2025 insgesamt 65 verdächtige Matches im Tischtennis registriert — die meisten davon in genau solchen unteren Ligen, in denen die Aufmerksamkeit gering und die Manipulationsanreize hoch sind. Ich habe eine einfache Faustregel: Wenn ich über einen Spieler nicht mindestens zehn Matches auf Video gesehen habe, wette ich nicht auf ihn. Das schränkt mein Wettvolumen ein — aber es schützt mein Kapital.
Fehler Nummer zwei: Die Satzstruktur ignorieren. Tischtennis wird je nach Turnier als Best-of-Five oder Best-of-Seven gespielt. Das verändert die Strategie fundamental. In einem Best-of-Five-Match hat der schwächere Spieler eine deutlich höhere Upset-Wahrscheinlichkeit als in einem Best-of-Seven — weniger Sätze bedeuten mehr Varianz. Wer seine Edge-Kalkulation nicht an das Match-Format anpasst, überschätzt systematisch seine Gewinnwahrscheinlichkeit in kürzeren Formaten.
Fehler Nummer drei: Kombiwetten als Strategie verkaufen. Kombiwetten multiplizieren die Quoten — und multiplizieren damit auch die Marge des Buchmachers. Bei drei TT-Spielen in einer Kombiwette mit jeweils 5 Prozent Buchmacher-Marge zahlst du effektiv 14,3 Prozent Marge. Das frisst fast jeden Value auf, den du durch deine Analyse gewonnen hast. Kombiwetten sind Unterhaltung, keine Strategie.
Fehler Nummer vier: Ergebnisse einzelner Tage bewerten. Eine Tagesrendite von minus 30 Prozent fühlt sich katastrophal an. Eine Tagesrendite von plus 50 Prozent fühlt sich genial an. Beide sagen nichts über die Qualität deiner Strategie aus. Ich bewerte meine Performance ausschließlich in Zyklen von 100 Wetten — alles darunter ist statistisches Rauschen. Selbst bei einem nachgewiesenen Edge von 8 Prozent wirst du Phasen von 15 bis 20 Verlusten in Folge erleben — das ist die statistische Normalverteilung, nicht ein Zeichen, dass deine Strategie gebrochen ist. Diese Geduld erfordert emotionale Reife, die nicht jeder aufbringen kann oder will.
Fehler Nummer fünf: Die eigene Einschätzung nicht dokumentieren. Vor jeder Wette schreibe ich meine geschätzte Gewinnwahrscheinlichkeit auf — bevor ich die Quote des Buchmachers sehe. Erst danach vergleiche ich. Wer zuerst die Quote sieht, passt unbewusst seine Einschätzung an — ein psychologisches Phänomen, das als Anchoring bekannt ist. Die Dokumentation zwingt dich zur Ehrlichkeit und erlaubt dir, über die Zeit zu messen, ob deine Einschätzungen treffsicher sind oder systematisch daneben liegen.
Häufige Fragen zur Tischtennis Wetten Strategie
Wie berechnet man den Value bei einer Tischtennis-Wette?
Die Formel lautet: Edge = (Eigene Wahrscheinlichkeit x Quote) minus 1. Liegt deine geschätzte Gewinnwahrscheinlichkeit bei 55 Prozent und die Quote bei 2,00, ergibt sich ein Edge von 10 Prozent. Positiver Edge bedeutet Value — du erwartest langfristig Gewinn. Ein Edge von mindestens 5 Prozent nach Abzug der Wettsteuer ist ein guter Richtwert.
Welche Statistiken sind für TT-Wetten am wichtigsten?
Drei Datenpunkte stehen an erster Stelle: die letzten fünf direkten Begegnungen mit Fokus auf die jüngsten, die aktuelle Form der letzten vier Wochen und das Spielstil-Matchup. Head-to-Head-Bilanzen ohne zeitliche Gewichtung sind irreführend, weil sich Spieler und ihre Ausrüstung über die Monate verändern.
Wie viel Bankroll braucht man für Tischtennis-Wetten?
Das hängt von deinem Einsatzlevel ab. Als Minimum empfehle ich eine Bankroll, die mindestens 50 Einzeleinsätze abdeckt — bei 2 Prozent pro Wette wären das 100 Euro pro Einsatz bei 5.000 Euro Bankroll. Entscheidend ist, dass du nur Geld einsetzt, dessen Verlust dein Leben nicht beeinflusst. Bankroll-Management schützt vor dem Ruin bei unvermeidlichen Verlustserien.
Funktioniert die Favoriten-Strategie langfristig?
Ja, unter zwei Bedingungen: Du beschränkst sie auf Turniere mit klaren Leistungsunterschieden wie die WTT-Tour oder die TTBL, und du hältst deinen Einsatz konstant. Die Strategie lebt von vielen kleinen Gewinnen, die die seltenen Favoritenpleiten ausgleichen. In unteren Ligen steigt die Upset-Rate und die Strategie verliert ihren Edge.
Geschrieben von der Redaktion „Tischtennis Wetten Bonus”.
